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Organisten erzählen:

 

Meine Bindung an Stuttgart, Käte van Tricht (Bremen)

Stimmen zur Orgel, Ullrich Böhme (Thomasorganist Leipzig)


C'est en 1973...Daniel Roth, (Paris, St.Sulpice)

Freundschaft und Musik - die ideale Kombination (Albert de Klerk, Haarlem)

Over the last twenty years... (Nicolas Kynaston, London)

L'orgue de St.Matthieu... (Jean Costa, Marseille/Paris)

Heslacherisches (Herbert Liedecke, Stuttgart)

Frisch gewalzt ist halb gewonnen (Emil Bächthold, Zürich)

Zum 25-jährigen Jubiläum (Gisbert Schneider, Essen)

Aus dem Tagebuch der Stuttgarter Orgeltage der GdO (1987) (Prof.Dr.Kurt Hermann Koch, Hamburg)



Sonnstiges:

 

Rezensionen

Besinnliches

Stimmen aus dem Publikum




1. Organisten erzählen

Meine Bindung an Stuttgart

Aus persönlichen und politischen Gründen drängte es mich in den Jahren der Nazi-Herrschaft immer mehr, meine Anstellung als Bremer Domorganistin aufzugeben, um selbständig im freien Beruf Sängerin zu werden. So kam ich als Gesangsschülerin zu Prof. Willy an die Stuttgarter Hochschule.
Ein Engagement als Sängerin erreichte ich nicht, statt dessen blieb es doch bei der Orgel. Durch den Leiter der Musikabteilung am Süddeutschen Rundfunk, August Langenbeck aus Flensburg, erhielt ich die Einladung zu mehreren Orgelaufnahmen in der Villa Berg und der Stiftskirche. So weit ich mich erinnere - an der Saalorgel in einem akustisch trockenem Raum. Wieder einmal konnte man nur nachts üben mit einer denkbar schlechten Klimaanlage. Aber da gab es einen Lichtblick! Ein junger, freundlicher Student half mir beim Umblättern und Registrieren. Später wurde er mein Manager, als er mich von Jahr zu Jahr als Organist an der Matthäuskirche zu seinen Internationalen Orgelkonzerten einlud. Vom ersten Konzert am 26.September 1971 bis zum Sommer 1995 kam mir seine frohgestimmte, leicht spielbare Orgel in einem akustisch erfreulichen Kirchenraum entgegen.
Das letzte Konzert am 18.Juni 1995 war für mich ein Höhepunkt meines Musikerlebens, da ich am Ende des Orgelabends an einem sehr guten Flügel spielen durfte. Ein langes Leben habe ich gehadert, daß ich immer wieder an der Orgel hängen blieb, da ich doch viel lieber die Theaterlaufbahn oder ein Leben als Pianistin erhofft hatte. Von Geburt an waren meine Hände mit verkürzten Sehnen für einen Erfolg als Pianistin ungeeignet. Eine schwere Jugend und der Kampf ums Überleben in der Nazizeit hatten mir die Kehle zugeschnürt. Ich spürte beim letzten Orgel- und Klavierabend in der Matthäuskirche eine menschliche Verbindung mit den um mich sitzenden Zuhörern, wie ich sie an einem Orgelspieltisch nicht erleben kann.
Dafür mein Dank an Stuttgart, die Matthäuskirche und den Organisten.

 

±Käte van Tricht (Bremen), November 1995



Stimmen zur Orgel der Matthäuskirche

An die drei Orgelkonzerte, die ich in der Stuttgarter Matthäuskirche gespielt habe - das erste 1989, noch vor dem Fall der Mauer - denke ich mit vielen guten Erinnerungen zurück.
Ein Grund ist die interessierte und aufgeschlossene Zuhörergemeinde, die die Konzertreihe über viele Jahre begleitet hat. Ein anderer Grund ist die schöne Orgel der Matthäuskirche. Auf den ersten Blick vermutet man das gar nicht. Ihre Traktur ist nicht mechanisch, sondern elektrisch (manche Organisten rümpfen da bereits die Nase). Auch die Disposition ist eigentlich für ein Instrument dieser Größe und aus dieser Zeit ganz normal. Aber man merkt beim Ausprobieren der Orgel sehr schnell, daß sie sich von vielen anderen Instrumenten wohltuend unterscheidet. Die Intonation der Register ist weich und kantabel, viel grundtöniger als die Disposition vermuten läßt. Viele Mensuren sind weit und gravitätisch, das ist eher ungewöhnlich bei Orgeln dieses Alters. Außerdem ist sie immer tadellos in Ordnung, denn der Hausorganist pflegt sie, läßt kleine Störungen sofort beseitigen, regelmäßig die Rohrwerke stimmen und holt umgehend den Orgelbauer, wenn es Probleme gibt. Dazu kommt die wunderbare Akustik der Matthäuskirche. Der Nachhall ist genau so, wie er sein sollte, tragfähig und trotzdem klar genug für virtuose Tempi. Man kann auf dieser Orgel viele verschieden musikalische Stile zum Klingen bringen, meine Programme enthielten deshalb auch Werke des 16.bis 20. Jahrhunderts - und alles hat beim Spielen Spaß gemacht.
Ich wünsche der Matthäusorgel noch viele Jahre voller schöner Musik zum Lob Gottes und zur Freude der Gemeinde und der Musiker, die auf ihr musizieren.

 

Ullrich Böhme, Thomasorganist Leipzig



C'est en 1973...

"C'est en 1973 que, pour la première fois, j'ai donné un recital sur le Grand Orgue de St.Matthieu à Stuttgart..."
Im Jahr 1973 gab ich zum ersten Mal ein Konzert auf der großen Orgel der Matthäuskirche in Stuttgart. Schon damals schätzte ich das Instrument sehr. Seither bin ich oft wiedergekommen, um Konzerte zu geben - kann ich mich "Stammgast" nennen ?
Der Organist hat die Orgel mehrfach verbessert. Mit seinen ausgezeichneten elektrischen Schleifladen klingt das Instrument in der Akustik der Kirche ganz hervorragend: das Verdienst von Hausorganist und Orgelbauer, die immer mit großem Geschmack vorgegangen sind.

 

Daniel Roth, Paris (St.Sulpice)



Freundschaft und Musik - die ideale Kombination

Über die Orgel in der Matthäuskirche will ich gerne ein paar Zeilen schreiben: Man kann bei ihr von einer reichen Disposition sprechen, die in ihren Registern logisch aufgebaut ist. Man kann von dieser Orgel wahrlich sagen: Hier ist alles da, was ein Organistenherz erfreut!
Der "oberflächliche Organist", der gerne mit dem "Vollen Werk" Eindruck schinden will, braucht nur den Tuttiknopf zu drücken, um mit allen Registern zu prunken! Der feinfühlige Musiker dagegen wird sich viel Zeit nehmen, um auf dieser Orgel ein ausgeglichenes stilvolles Plenum zusammenzustellen. Das kostet Zeit...und die nimmt sich heute nicht jeder. Mir persönlich bereitet es die größte Freude, wenn es mir gelingt, bei einem Orgelwerk den Klang so zart wie möglich zu gestalten. Vielleicht liegt das an meinem Alter  doch wohl vor allem an meiner Art, daß ich am liebsten mit einigen mit Liebe ausgesuchten Registern ein strahlendes Trio gestalte. Mann kann sich doch z.B. wirklich verlieben in eine schön intonierte Querflöte.
Wenn ich an die Orgel der Matthäuskirche denke, stelle ich fest: Sie ist wie kein anderes Instrument geeignet dafür, die Werke von Max Reger und ganz besonders die von César Franck und die Werke der französischen Moderne adäquat aufzuführen.
Eines wünsche ich mir stets aufs neue: Auf dieser Orgel mit ihrer reichen Skala von Farben will ich improvisieren.
Ich hoffe, daß dieses kostbare Instrument noch lange Organisten und Zuhörer inspiriert zur Freude von Frau musica!

 

±Albert de Klerk, Haarlem



Over the last twenty years...

"Over the last twenty years it has been a recurring pleasure to be invited to play at the Matthäuskirche Stuttgart..."
Während der letzten 20 Jahre war es mir immer wieder eine Freude, wenn ich zum Spielen in der Matthäuskirche Stuttgart eingeladen wurde. Ihren Erfolg verdankt diese Konzertreihe zuallererst der Inspiration ihres Gründers, dem Hausorganisten. Sein Wissen und seine Begeisterung für Musik aller Epochen brachte der Programmplanung höchstes Niveau, und dieses wiederum schuf ein Publikum, das eher aus Liebhabern guter Musik als aus Orgelenthusiasten besteht.
Auch die Orgel ist ein Teil dieses Erfolgs. Obwohl sie aus einer Zeit stammt, in der Nonen und Septimen hoch in Mode waren, hat sie sich im Lauf der Jahre in ein Instrument von großer Wärme verwandelt mit einer Klangqualität, die einen Großteil des Orgelrepertoires abdeckt. Die klanglichen Veränderungen, die im Laufe der Jahre vorgenommen wurden, erfolgten aus einer profunden Kenntnis musikalischer Erfordernisse heraus und waren weniger das Ergebnis flüchtiger Modererscheinungen. Auch genießt die Orgel den Vorteil einer beherrschenden Position in einer warmen Akustik.
Folgendes also sind die Elemente, die zusammen einen Besuch in der Matthäuskirche zu einem solchen Vergnügen werden lassen: inspirierte Leitung, ein Publikum von Musikliebhabern, eine raumgreifende Akustik, eine musikalische Orgel voll warmen Tones und reicher Farbe und schließlich vor allem die Freundschaft und Gastlichkeit des Hausorganisten.

 

Nicolas Kynaston, London



"L'orgue de St.Matthieu..."

Die Orgel der Matthäuskirche ist eine der seltenen mir bekannten Instrumente, auf welchen man die ganze Orgelliteratur spielen kann.
Ich persönlich habe an der Matthäusorgel immer eine oder mehrere zufriedenstellende Lösung für die in der französischen Musik nötigen Klangfarben gefunden.

 

Jean Costa, Marseille/Paris



Heslacherisches

Allein schon durch die Straßenführung von meiner Wohnung auf der Rohrer Höhe zu meinen Wirkungsstätten an der Musikhochschule, an der Markus- und Stiftskirche blieb mir der Stadtteil Heslach stets gegenwärtig. Doch die Wurzeln sind tiefer. Im Jahr 1905 führte mein Vater seine Braut zur Trauung in die Matthäuskirche. Als Pennäler in den 20er Jahren nahm mich meine Mutter öfters zu den Gottesdiensten mit, die durch den elsäßischen Pfarrer Ernst einen großen Zulauf hatten. Mich interessierte vor allem das kräftige Orgelspiel.
In den 30er Jahren war ich dann als Musikstudent unter der Ägide von Lehrer und Organist Friedrich Ade offiziell Hilfsorganist und als Gehilfe bei den Chorproben bestellt. Ich hatte an der Orgel die Sonntag-Abend-Gottesdienste zu versehen mit einem Salär von Reichsmark 2.- (in Worten: zwei), dieweil meine Studienfreunde im Winter beim Skifahren waren. Dafür durfte ich aber auch auf der Orgel üben und benutzte natürlich diese Chance, um "Krach" zu machen und Klangmöglichkeiten auszuprobieren. In der Musikhochschule hatten wir ja seinerzeit Übungsorgeln von einer heute kaum mehr vorstellbaren Bescheidenheit (Zimmer 8: 3 Register auf 2 Manuale und Pedal). Bei meinen Klangexperimenten an der Matthäusorgel blieb mir einmal die kräftig klingende Trompete hängen; sie war trotz Bemühens nicht abzuschalten. Folglich mußte ich einen Beichtgang zu meinem gestrengen Dienstherrn im benachbarten Haus antreten. Die Absolution unter der Wohnungstür war kurz und bündig: "mr spielt ao net mit der Trompet".
Der Orgel der Matthäuskirche wünsche ich, daß sie die labilen Wechseljahre unseres kulturellen Zeitgeschehens lange und unbeschadet überstehen möge. Ich selber bin nach einem reichen Leben mit und für die Orgel dankbar, daß ich dieses Instrument zu Gottesdienst- und Konzertvorbereitungen zur Verfügung haben durfte und daß ich heute noch als gelegentlicher Hilfsorganist tätig sein darf. Und nun darf ich sogar die Trompete bzw. Trompeten ohne Rüge erklingen lassen.

 

±Herbert Liedecke, Stuttgart (ehemaliger Orgelprofessor der Musikhochschule Stuttgart)



"Frisch gewalzt ist halb gewonnen"

In der Matthäuskirche habe ich am 24. Oktober 1971, am 16. Februar 1975 und am 14.Februar 1982, meinem 66sten Geburtstag, konzertiert. Ich habe immer mit großem Vergnügen auf dieser Orgel gespielt. Sie hat gar nichts Dogmatisches an sich, riecht nicht nach Orgelreform, ist klanglich überaus reichhaltig und ausgewogen und technisch "up to date". Es wurden laufend Verbesserungen angebracht, und bei jedem Versuch war sie noch schöner als letztesmal. Meine bunten Programme stellten große Anforderungen an die Orgel, und ich bin immer elegant damit zu Rande gekommen. Unsympathisch ist mir nur das Registercrescendo als Walze. Zu diesem umstrittenen Registrierautomaten - Retter in der Not und unerläßliches Hilfsmittel für die Faulen - hat Günther Ramin das erlösende Wort gesprochen: "Frisch gewalzt ist halb gewonnen".

 

±Emil Bächthold, Zürich



Zum 25-jährigen Jubiläum

Herzliche Gratulation zum Jubiläum und Dank dafür, daß ich so oft bei den Internationalen Orgelkonzerten mit ganz unterschiedlichen Programmen mitwirken durfte. Mal lag der Akzent bei Bach (z.B. Kunst der Fuge), dann bei der Romantik, speziell bei Reger, oder jetzt zum Ewigkeitssonntag bei Hindemith und David. Gerade beim Einrichten dieser Werke von Hindemith und David war ich erstaunt und froh über die vielfältigen interessanten Klangkombinationen, die eine sehr farbige Registrierung ermöglichten. Die Orgel der Matthäuskirche hat im Lauf der Jahre durch den beharrlichen und fantasievollen Einsatz des Hausorganisten beachtlich an Qualität gewonnen, sowohl in klanglicher als auch in technischer Hinsicht. Ganz wesentlich dabei war die Umstellung auf Schleifladen sowie die Anschaffung eines neuen Spieltisches mit den erweiterten Kombinationsmöglichkeiten. Natürlich wäre eine mechanische Traktur sehr wünschenswert; aber nicht alle Wünsche lassen sich bei den vorgegebenen Bedingungen verwirklichen. Ich habe großen Respekt vor der Leistung des Hausorganisten, dem es gelungen ist, eine Konzertreihe aufzubauen und über so viele Jahre erfolgreich durchzuführen, die in Stuttgart und darüber hinaus eine herausragende Bedeutung gewonnen hat. Ich wünsche weiterhin viel Glück und Erfolg und eine stets wachsende Zuhörergemeinde!

 

Gisbert Schneider, Essen



Aus dem Tagebuch der Stuttgarter Orgeltage der GdO (1987)

In Stuttgart gab es für ganz Unentwegte um 21.30 Uhr noch ein Konzert mit Daniel Roth aus Paris zu hören. Er spielte auf der Orgel der Matthäuskirche, der man aufgrund ihres kümmerlichen Prospektes keine sonderlichen Qualitäten zutraut, doch wurde man beim Zuhören schnell eines Besseren belehrt: Sie erwies sich als ausgezeichnetes, ernst zu nehmendes Instrument.
    Prof.Dr.Kurt Hermann Koch, Hamburg


2.Rezensionen:

"Die Matthäuskirche war erstaunlich gut besucht, ein Beweis, daß sich die Bemühungen des amtierenden Organisten um die Orgelverbesserung und um ein neues Konzertleben in dem nun akustisch günstigen Raum gelohnt haben"   
Stuttgarter Zeitung 29.4.1971 (anläßlich eines Orgelkonzerts von A.Fleurry)

"Ganz allgemein gesehen ist die Matthäuskirche mit ihrem auch weiterhin geplanten Zyklus zu einem hierzulande kaum vergleichbaren Zentrum internationaler Orgelmusik geworden."    
Stuttgarter Nachrichten 14.12.1972

"...das bekanntermaßen vorzüglich disponierte und von Stierle präparierte Orgelinstrument erbrachte dank der Klangkombination eine ungeahnte Kantabilität und Transparenz wie ein kostbares Streichinstrument"
Stuttgarter Nachrichten 10.12.1974

"...die Orgel der Matthäuskirche nach und nach zum unbestrittenen 'Star' unter den Stuttgarter Kirchen- und Konzertorgeln..."    
Stuttgarter Nachrichten 24.10.1981

"Sehr erfreulich sind auch die kurzen prägnanten Einführungen in die einzelnen Werke durch den Organisten der Matthäuskirche"   
Stuttgarter Zeitung 27.1.1988

"Improvisationen [...] angekündigt, und die Zuhörer sollten dafür entsprechende Themen vorschlagen - ein Modus, der bei den Internationalen Orgelkonzerten in der Stuttgarter Matthäuskirche regelmäßig praktiziert wird."   
Stuttgarter Nachrichten 9.12..1994

"Immer wieder wurde man von den Klangmöglichkeiten des Instruments überrascht."
Stuttgarter Zeitung 25.1.2001

"Ein Abend voller Spannung, der den Internationalen Orgelkonzerten zur Ehre gereichte"
Stuttgarter Nachrichten 31.1.2001


3.Besinnliches

Kommentar eines Schwaben nach einem gelungenen Orgelkonzert ohne ein Werk von Bach :"Wie ein Sonntagsessen ohne Braten"

Ein Konzertbesucher nach der Kunst der Fuge: "Anstrengend schön"

Der belgische Altmeister Flor Peeters, der aufgrund seiner Verdienste als Organist und Komponist in den Adelstand erhoben wurde, sagte während einer Probe in der Matthäuskirche ganz unvermittelt: "Wissen Sie, alt werden, das ist schwer." - und spielte weiter.

Als Michel Chapuis zum ersten Mal in Stuttgart in der Matthäuskirche konzertierte, ging das Mitglied des Pariser Vereins für alte Straßenbahnen und der Besitzer einer alten Dampflock zuerst in das Spezialgeschäft Schuller für Modelleisenbahnen, noch ehe er Quartier und Orgel in Augenschein nahm.

Für den Prager Organisten Milán Slechta wurde immer wieder versucht, die Ausreisebewilligung für eine mühsame zusammengestellte Orgeltournee zu erhalten. Insgesamt schrieb man über 30 mal!

Prof.Dr.Klinda aus Bratislava (als Dr.med. war er verpflichtet, jede Woche einen Mittag lang im städtischen Krankenhaus Blutuntersuchungen vorzunehmen) sagte einmal: "Es ist für uns schwierig zu wissen, ob jeweils harter oder weicher Kurs ist. Es gibt aber ein untrügliches Zeichen: Wenn Organisten und Striptease-Tänzerinnen ausreisen dürfen, dann ist 'weiche Welle'."

Der Ostberliner Organist Dr. Christoph Albrecht wurde an der deutsch-deutschen Grenze überprüft und von DDR-Posten gefragt: "Was tun Sie in der BRD?" - "Ich gebe ein Orgelkonzert" - "Wo haben Sie denn Ihr Instrument?"

Zum Gedenken des 100.Todestags von Charles-Marie Widor gab Daniel Roth, der Widor-Nachfolger an St.Sulpice in Paris, am 24.Februar 1994 in der Stuttgarter Matthäuskirche ein Orgelabend, obwohl er am selben Vormittag in seiner Kirche die Messe spielen mußte. Dann wurde knapp kalkuliert, indem ein Flugzeug (Paris-Stutgart) am Sonntag-Nachmittag gebucht wurde. Das ursprüngliche Vorhaben, das Konzert bereits vorher in Stuttgart vorzubereiten, scheiterte, da der Vielgefragte kurzfristig in die Jury für die Nachfolge des plötzlich verstorbenen Domorganisten Wolfgang Oehms in Trier einspringen mußte. Am Konzerttag selbst war in Europa fürchterliches Schneegestöber. "Daniel in der Löwengrube" (wie er sich selbst gelegentlich nennt) saß rechtzeitig im Flugzeug, doch die Maschine mußte zweimal enteißt werden und konnte lange nicht starten; sie landete auf dem Stuttgarter Flughafen mit Stunden Verspätung. So kam D.Roth erst um 19 Uhr in die Matthäuskirche; und als um 19:30 Uhr die ersten Besucher kamen, war er noch fleißig am Ausprobieren und Registrieren. Zu allem Übel hat er auch noch Noten auf der Orgelbank von St.Sulpice liegen lassen (aber in Stuttgart gibt es auch Widor-Noten). Trotz aller vorangegangenen Hektik und Beklemmung erlebten wir ein ganz hervorragendes Orgelkonzert.

Einmal wurden am Nachmittag vor einem Improvisationswettstreit die drei namhaften Kandidaten an die Orgel geleitet und ihnen eine Anzahl Kombinationen zugeteilt. Zwei Organisten nahmen die Gelegenheit wahr, etliche eventuell nötige Registrierungen zu programmieren. Volker Gwinner schaute sich den Spieltisch nur von der Seite an und sagte: "Mit dieser Dame werde ich heute Abend Bekanntschaft schließen", und ging weg. Seine Frau fragte ihn beim Abendessen: "Sag' mal, hast Du nicht Angst, so unvorbereitet?" - "Ha, doch !" - und er improvisierte genial.


4.Stimmen aus dem Publikum

"...dann hört man ein Werk entstehen"

Haltestelle Schreiberstrasse - nach ein paar Schritten erreiche ich die Matthäuskirche; das Schiff ist spärlich beleuchtet, wohltuend, um in die abendliche Atmosphäre eines weiten Raumes einzutauchen. Vorne im Altarraum sitzen schon viele Leute, ich bevorzuge eine Bank mit dem Rücken zur Orgelempore; es ist gut zuzuhören, ohne zu schauen. Trotz der Stille ist eine gewisse Spannung zu spüren: Was gibt's dieses Mal zu hören und zu erleben?
Am Lektorpult geht das Licht an, der "Orgelhausherr" stellt den Künstler oder die Künstlerin des Abends vor und gibt jeweils kurze Erläuterungen zu den einzelnen Werken. Am spannendsten finde ich die Programme, bei denen am Schluß zu lesen steht: Improvisation. Jeder Zuhörer hat vor Beginn des Konzerts die Möglichkeit, ein musikalisches Thema abzugeben. Der Organist sucht sich die für ihn reizvollsten Angebote aus, stellt nach kurzer Bedenkzeit die ausgewählten Themen vor und dann hört man ein Werk entstehen. Es ist manchmal kaum zu glauben, wie sich diese verschiedenartigen, meist bekannten Melodien verändern und neu beleuchten lassen, wie sie kombiniert, zusammen oder gegeneinandergeführt werden. Wir, die Zuhörer, nehmen unmittelbar an einem Schaffens- und Werkprozeß teil.
Am Ende eines jeden Konzerts gibt's reichlich Beifall, jetzt kann man den Interpreten auf der Empore auch "sehen", meist bedankt er oder sie sich mit einer oder mehreren Zugaben. Ich fahre erhoben, erfreut, bereichert nach Hause, immer wieder aufs Neue erstaunt, was die "Königin der Instrumente" zu bieten vermag. 

 

Gertrud Kendel, Stuttgart



Orgelkonzert als Gottesdienstersatz ?

Wie viele andere Zuhörer erfahre ich als Besucher der Orgelkonzerte innere Erbauung. Ich genieße die Musik: sie ist einfach schön oder auch ergreifend. Manchmal führt sie mich aus hektischem Treiben zu Ruhe. Immer erfahre ich die Orgelmusik als geistige und geistliche Größe. Die Orgelmusik läßt mich teilhaben an Gottes wunderbarer Schöpfungsordnung. Im Hören findet diese Ordnung Eingang in mich und richtet mich auf, richtet mich aus, bringt mich zurecht. Im Hören geschieht mir dies weitgehend unbewußt: Es geschieht mir eben. Es geschieht mir, ob ich religiös veranlagt und ein gläubiger Mensch bin - oder auch nicht: Es ist einfach so. Und wenn das Wort vorausgeht, wie in vielen Orgelkompositionen, denen Texte der Bibel, von Chorälen und Gebeten zugrunde liegen, dann erfährt das Wort durch diese bestimmte Musik dieses bestimmten Komponisten und dieses bestimmten Organisten seine Auslegung. Ich kann mich selbst darin wiederfinden. Ich werde innerlich angerührt oder auch aufgerührt. Und es geschieht in umgekehrter Richtung: Das Wort lenkt mein Hören, und ich nehme Äußerungen meines eigenen Singens, Betens oder Klagens wahr oder ich erfahre verstärkt Zuwendung, Tröstung und Aufrichtung. Im Orgelkonzert hat die Orgel den Gottesdienst als bestimmte Feierordung der Gemeinde verlassen. Ihr selbständiges Auftreten aber ist von ihrer Herkunft geprägt. Und der Gottesdienst erfährt seine spirituelle Öffnung im Erklingen der selbständig gewordenen Orgel. Was sich dabei im Kirchenraum ereignet, vollzieht sich auch im Herzen, im Wesen und im Verstand des Hörenden - vielleicht am Morgen im Gottesdienst der Gemeinde und am Abend im Orgelkonzert: Das Wort erklingt - das Erklingen bringt das Wort.

 

Horst Schulze (ehemaliger Pfarrer der Matthäuskirche Stuttgart)



Ein Mensch, der schon zu vielen Malen, Gast war der "Internationalen"

Ein Mensch, der schon zu vielen Malen
Gast war der "Internationalen",
bereut, daß er nicht schon war
die ganzen 25 Jahr;
nimmt vor sich, daß er die Konzerte
nun weiterhin besuchen werde,
wenn er's auch nicht vornehmen kann
sich für ihre nächsten fünfundzwanzig
indem, daß er, so wie es halt ist,
mit über 80 bald zu alt ist;
wünscht Ihnen jedenfalls viel Glück
mit allen Freunden der Orgelmusik.
Pfarrer Friz



Orgelkonzert aus der Sicht eines Registranten

Die Tätigkeit des Registranten hat für die Musik natürlich nur untergeordnete Bedeutung. Im Idealfall sollte man von seiner Anwesenheit gar nichts wahrnehmen. Andererseits hat er aber eine sehr mächtige Position: der falsche Knopf zur falschen Zeit, und schon bläst an der eigentlich piano gedachten Stelle die Pedalposaune los, oder statt des satten Schlußtutti klagt nur noch das Krummhorn aus der Solostelle das Fehlverhalten des Registranten an. Oder die Noten: versehentlich zwei umgeblätterte Seiten lassen sich nur dann verschmerzen, wenn der Organist genügend souverän ist, daß die Seiten nur in Heftmitte durch die Klammern nicht mehr an ihrem Platz gehalten werden. Beim schwungvollen Umblättern (das gleichwohl leise zu erfolgen hat) landet zuweilen eine Seite in segelnder Pendelbewegung auf dem Boden oder noch schlimmer: auf den Händen der Organisten.
Ich selbst übe seit nun mehr fast 10 Jahren das Ehrenamt des Registranten bei den Internationalen Orgelkonzerten in der Matthäuskirche aus. Bei den ersten Einsätzen bin ich wohl aufgeregter als die Organisten selbst gewesen angesichts der insgesamt über 100 Knöpfe, Schalter und Züge, von denen manchmal mehrere, ganz verstreut liegende gleichzeitig zu betätigen waren. Zum Glück gibt es für solche Fälle noch die "Setzerkombinationen", mit deren Hilfe durch einen einzigen Knopfdruck eine von vorher 32 eingespeicherten Registrierungen abgerufen werden kann. Die Tasten dazu sind allerdings so angebracht, daß man dem Organisten zwischen Ellenbogen und Schoß durchgreifen muß, um sie zu erreichen. Unabdingbar ist zuvor eine Kniebeuge auf Sitzflächenniveau, da sonst ein Körperkontakt unvermeidlich wäre. Dabei kommt es dann schon einmal zu Revierstreitigkeiten, zumal dem Organisten die Sicht auf das Pedal versperrt wird. Von dieser Gymnastik wieder aufgetaucht, muß man schleunigst die aktuelle Position in den Noten wiederfinden, weil schon wieder der nächste Seitenwechsel lauert.
Viele Organisten registrieren sich auch wohlweislich selber, da ihnen obenbeschriebene "Macht" des Registranten durchaus bewußt - oder besser gesagt: gefürchtet - ist. Sie gehen damit auf Nummer Sicher und verzichten dafür auf etwas Bequemlichkleit, schalten dafür aber einen potentiellen Unsicherheitsfaktor, eben den Registranten, aus.
Im Laufe der Jahre entsteht beim Assistieren etwas Routine. Gestärkt wird das Gefühl der Sicherheit auch durch immer wiederkehrende Herausforderungen, die erfolgreich bestanden worden sind. Da sind die spontanen Registrieranweisungen während des Konzerts, die durch Zuruf - womöglich in einer fremden Sprache - erfolgen. Oder das "aktive" Assistieren, , bei dem man selber Töne machen darf, etwa weil die Hand des Organisten für die Duodezime doch nicht groß genug ist oder weil der Fuß für den Orgelpunkt damit beschäftigt ist, den Schweller zu bewegen. Dann muß eben auch einmal der Registrant einspringen. Höhepunkt meiner "Karriere" war einmal ein Quintolen-Ostinato üer mehrere Seiten, gespielt in den tiefen Lagen des obersten Manuals, weil dem Organisten den dritte Hand fehlte. (War der Komponist dieses Stückes mit der menschlichen Anatomie nicht vertraut?).
Zwei Organisten möchte ich an dieser Stelle noch namentlich erwähnen, die inzwischen nicht mehr leben, die ich aber besonders verehrt habe. Zum einen den Texaner Charles Benbow, der in meinen Augen so schön und gekonnt wie kein anderer einmal die fünfte Widor-Symphonie dargeboten hat. Zum anderen den altehrwürdigen Johannes Ernst Köhler aus Weimar, mit dem ich noch zweimal das Vergnügen haben durfte, und ich meine das wörtlich so. Er hat mit seinen beinahe achtzig Jahren noch so jugendlich frisch musiziert, und er konnte es sich tatsächlich leisten zu behaupten, daß viele Organisten "einfach schon zu alt" seien für das Orgelspielen und daß diese besser schon längst aufgehört hätten. Unvergessen ist mir auch, wie er - noch in den Vor-Wende-Zeiten - unmittelbar vor Konzertbeginn auf die damalige DDR-Führung geschimpft hatte, mit Worten, die ich besser nicht wiederhole. Sein letztes Auftreten wurde jäh beendet, als während der Zugabe bei einem vollgriffigen Akkord der Seilzug des Blasebalges im Innern der Orgel seinen Geist aufgab. Den lang anhaltenden Applaus gab es trotzdem.

 

Alexander Weiser



Der Orgel war's Konzert zu lang

Wer hätte das gedacht!
Nun sind die Grenzen aufgemacht.
Die Leute fahren hin und her
'nen Platz zu kriegen, ist halt schwer.
Ein jeder kriegt jetzt einen Paß,
Da macht das Reisen wieder Spaß.
Bei Stierles in der Klause
fühlt man sich wie zuhause.
Der Orgel war's Konzert zu lang,
Sie rächt sich mit 'nem Riß am Strang.
Doch kam noch alles gut zu Ende,
Wir freu'n uns über diese Wende!
Johannes Ernst Köhler, 12.2.1990




Die lächelnde Bettlerin

1983 wurde die "lächelnde Bettlerin" ins Leben gerufen. Sie hat das ehrenvolle Amt inne, nach den Internationalen Orgelkonhzerten mit einem Körbchen am Ausgang zu stehen und dem an ihr vorbeiströmenden Publikum durch ihr Lächeln eine "Spende für die Orgel" zu entlocken.
Das hört sich eigentlich nicht schwer an. Das ist in der Tat nicht schwer, nette Leute anzustrahlen, und gleichzeitig auch sehr interessant zu erfahren, wer denn da alles im Konzert war.
Daß dieses Amt auch nicht si interessante Seiten hat, sei auch erwähnt. Es führt u.a. mit sich daß diese Bettlerin jedesmal um die Dreingabe kommt, da manche ja gleich nach Programmende zur Straßenbahn müssen, der Bus schon fährt, oder sie aus einem anderen Grund schnell weg müssen. Besonders "angenehm" ist es, wenn diese Leute ihr am Ausgang dann während des Spiels lauthals ihr Kommentar zum Konzert verkünden und im Gehen auch noch die Türe sperrangelweit offen lassen, so daß es dann nicht gerade sehr warm wird in dem Vorraum wird und man im Innern der Kirche sofort hört, wenn dem Autoverkehr an der Ampel  das grüne Licht gezeigt wird. Kaum hat sie dann die Tür geschlossen, kommt der nächste herausgestürmt, macht die Bettlerin diemal zwar nicht für die Musik verantwortlich, schimpft sie aber an, daß man in einer Kirche doch nicht klatscht, und läßt die Tür wieder offen. Zugegeben, sie geht etwas schwer zu, aber wenn man sie in bereits geschlossenem Zustand noch einmal fest andrückt (bitte vorsuchtig und leise!), hält sie.
Man unterhält sich eventuell voller Begeisterung mit der Bettlerin über das Konzert. Die freut sich darüber zwar; gleichzeitig hat sie aber darauf zu achten, daß ihr Körbchen nicht ganz verdeckt wird und die hinausströmenden Menschen es gar nicht sehen.
Wenn es draußen so richtig kalt ist, ist es für die Bettlerin das Schönste, auf die noch in der Kirche im Warmen stehenden Leute zu warten und so lange im Kalten zittern zu müssen.
Trotz allem mache ich diese Aufgabe gerne; mir macht es Freude, wenn auch nicht für mich, so doch wenigstens für die Matthäuskirchenorgel (die in den letzten Jahren bekanntlich um einiges verschönert wurde) Geld zu sammeln und einmal im Monat die "lächelnde Bettlerin" zu sein.

 

Veronika Stierle



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